Dissertation

Inhalt der Dissertation:

Die Arbeit ist ausgerichtet auf die wissenschaftlich fundierte Begründung von Reformvorschlägen für die Lehrerausbildung (im Bundesland Hamburg). Dies wird an der Sport-Lehrerausbildung exemplifiziert

Der Einstieg in dieses Projekt liegt bei der Rückbesinnung des Autors auf seine eigene Berufsbiographie und bei der Beschreibung des Weges, auf dem er sich in die “Inszenierungen“ des Ausbildungsinstituts hineinarbeitete.

Die durch die Pensionierung und die Auswertung eines nach-beruflichen Zweitstudiums von praktischen Alltagszwängen enthobenen Reflexionen ermöglichen dann eine kritisch bilanzierende Distanz zu geleisteter Berufsarbeit. Daraus entwickelte der Autor theoretisch und begrifflich eine neue Orientierung für professionelle Ausbildung, die im Wesentlichen zwei Ansprüche anmeldet: den Güteanspruch und den Qualifikationsanspruch.

Diese Ansprüche werden zunächst in einem Leitbegriff verdichtet, den er in konsequenter Anlehnung an den gegenwärtigen wissenschaftlichen Sprachgebrauch fachunterrichtliche Handlungskompetenz nennt. Dieser Leitbegriff wird inhaltlich aufgeschlüsselt und als Modell eines Sportlehrer-Kompetenzprofils operationalisiert. Es ist im Kern strukturiert und beschrieben als das Zusammenspiel von vier Schlüsselkompetenzen (Sach- und Sozialkompetenz, Lehr- und Organisationsgeschick), die allerdings in Folge notwendiger Reflexionsakte während des Unterrichtens nur mit Hilfe einer berufsspezifischen Entscheidungskompetenz bzw. vor und nach dem Unterricht mit Hilfe einer alles umfassenden Reflexionskompetenz abgerufen werden können.

Das auf diese Weise zur Wirkung gebrachte Kompetenzgefüge bedarf allerdings noch der Komplettierung durch die Erarbeitung einer Selbstkompetenz. Sie soll angehende Lehrer befähigen, ebenso kritisch wie selbstverantwortlich mit den eigenen Kräften hauszuhalten und sich den Notwendigkeiten zu stellen, die ihnen die Bereitschaft zu berufslebenslanger Fortbildung abverlangen.

Abschließend entwickelt der Autor dann im Rückgriff auf akribische Begriffsarbeit und auf die Operationalisierung des o.a. Kompetenzprofils in aller Konsequenz Reformvorschläge für die (Sport-) Lehrerausbildung, die auch vor Eingriffen in das herkömmliche und scheinbar unerschütterliche Ausbildungssystem nicht halt machen. Dabei geht es in dem Bedingungsgefüge zwischen Systemzwang und Selbstbestimmung im Wesentlichen um eine Stärkung der Autonomie von Auszubildenden, denen damit allerdings – ebenso konsequent –ein deutlich höheres Maß von Eigenverantwortlichkeit abverlangt werden soll.

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